Die inhaltlich-funktionale Gestaltung einer Website für BGE-Initiativen 

Die Menschen und die Aktivitäten der Initiative mit regionalem Schwerpunkt präsentieren 

In Kern sollte die Website einer BGE-Initiative sich selbst verantwortungsvoll präsentieren, über ihre Aktivitäten und Inhalte zum Grundeinkommen berichten, Menschen aus ihrer Umgebung mit ihren Meinungen zum Grundeinkommen vorstellen, und last but not least zum offenen Dialog einladen. 


Die eigene Internet-Adresse

Wenn möglich solltet ihr eine eigene Internet-Adresse (Domain) verwenden, die ca. 50 Cent bis ein Euro pro Monat Miete für .de-Endungen kostet, da ihr bereits damit signalisiert, dass euch ist das Thema im wahrsten Sinn etwas wert ist. Wählt eine bekannte Endung (Top-Level-Domain), und verwendet als Bestandteil den Begriff Grundeinkommen sowie einen regionalen Bezug (als regionale Initiative). 

Ein bewährtes Schema ist: grundeinkommen-ortsname.de 

Die Stichworte grundeinkommen und Ortsbezeichnung habe nämlich auch eine entscheidende Bedeutung, wenn ihr über Suchmaschinen wie Google auf der Trefferliste ganz weit oben stehen wollt (die Menschen schauen sich meist nur die erste Trefferseite einer Suchmaschine an). 

Ihr könnten zwar auch Begriffe wie BGE, Bürgergeld, Kulturimpuls verwenden, aber diese Begriffe sind einfach nicht so populär und fallen den Menschen nicht (auf Anhieb) ein, wenn sie nach dem Grundeinkommen suchen. Ihr könnte natürlich auch mehr Geld investieren, und euch gleich mehrere Varianten von Internet-Adressen reservieren, die alle auf euer Angebot verweisen. So führen mehrere Wege nach Rom (und bringen euch hoffentlich auch mehr Besucher).  


Eine sinnvolle Seitenstruktur und wichtige Inhaltselemente 

Generell gilt: Weniger ist mehr! Konzentriert euch auf wenige Seiten, aber versucht diese wirklich gut werden zu lassen, anstatt alles Mögliche an Informationen 'abladen' zu wollen. Dies gilt sowohl für den Inhalte als auch für die Ästhetik der Darstellung. Wenn ihr selbst keine Erfahrung damit habt, erbittet einen grundlegende (kostenlose) Einschätzung von erfahrenen Menschen für die jeweiligen Bereiche, um ein gewisses Gefühl davon zu bekommen, wo es noch holprig ist.

Mein Angebot: Ich biete euch als BGE Initiative eine Kurzanalyse eurer Online-Öffentlichkeitsarbeit an, die ich auch gerne mit konkreten, weiterführende Tipps versehe. Selbstverständlich pro bono. Also kostenlos, aber hoffentlich nicht umsonst. :)



1. Der Bereich 'Startseite' (Homepage)

...solltet ihr als Schaufenster für eure Initiative verstehen. Hier entscheidet sich, ob man Lust hat den 'Laden' zu betreten, oder ob man eher weniger Vertrauen bzw. Interesse für die Inhalte entwickelt. Außerdem hat die Startseite die Funktion einer 'elektronischen Auskunftstafel', die euren Besucher auf einen Blick die wichtigsten und aktuellsten Informationen präsentiert. Und sie hat die Aufgabe einen zentralen Informationspunkt anzubieten, der euch schnell eine klare Orientierung gibt, wie ihr die tiefer liegenden Angebote, die 'versteckten Schätze', entdecken könnt.

a) Die statischen Elemente (die immer auf eurer Website eingeblendet sind)

  • das allgemeine Navigationsmenü (z.B. am linken Rand eurer Website)
  • die Links zu den sozialen Netzwerken (z.B. in der Kopfzeile eurer Website)
  • der Link für Impressum und Datenschutz (ggf. auch Kontakt) (z.B. in der Fußzeile eurer Website)
  • der nächste öffentliche Termin (verlinkt zu weiterführenden Infos) eurer Initiative

b) Die exklusiven Elemente der Startseite (die nur dort vorkommen)

Ihr könntet einen Newsticker (Twitter, RSS, etc.) mit den wichtigsten, aktuellen Informationen anbieten. Alternativ könnt ihr auch einen automatischen Nachrichtenstrom (Newsfeed) von einer externen Quelle auf eurer Website nutzen, sofern die Inhalte mit eurem Stil harmonieren und euer Angebot sinnvoll ergänzen. Achtung: Bei externen Inhalten immer vorher die Nutzungsrechte klären (Urheberrecht)!


c) Der Augenfänger-Effekt (der zum Stöbern einlädt)

Der unmittelbar wichtigste Teil ist die attraktive Gestaltung der Startseite. Hier gilt es sich ein kreatives und ansprechendes Konzept zu überlegen. Grundsätzlich sind Videos, großflächige (hochwertige) Fotos, edle Schriftarten und kreative Logos, sowie Gesichter von Menschen jene Elemente, die die meiste Aufmerksamkeit erzeugen und uns in ihren Bann ziehen. Mehr dazu später. 

Als Paradebeispiel kann die Website grundeinkommen.ch studiert werden. O-Ton Daniel Häni "Wisst ihr eigentlich, wer unsere Webseite gemacht hat? Die super Jungs von zeitgeist.ch! Wir können sie wie heisse Semmeln weiter empfehlen ..." In der Tat. Es ist hilfreich, wenn man Profis an seiner Seite weiß.



2. Der Bereich 'Über die Initiative'

Hier sollte ein erster Eindruck über die Ziele und Werte der Initiative vermittelt werden. Insbesondere die Menschen, die hinter der Initiative stehen, sollten vorgestellt werden, sowie die offiziellen Ansprechpartner mit ihren besonderen Fach- und Aufgabengebieten innerhalb der Gruppe sowie sie wann am besten zu erreichen sind.



Zudem könnte es sinnvoll sein, dass die wichtigsten Ansprechpartner eine individuelle E-Mail-Adresse (plus Weiterleitung an ihrer private E-Mail-Adresse) erhalten, die sie individuell betreuen.

a) Die Kontaktmöglichkeiten

Selbstverständlich kann man hier ein klassisches E-Mail-Formular anbieten sowie einen Abo-Service für den Newsletter der Initiative. Zudem kann man diesen Abschnitt (Anker) auch als festen Link neben Impressum und Datenschutz (z.B. in der Fußleiste) anbieten.

Die offenen Treffen

Eine ganze Seite, die sich nur damit beschäftigt, wie man euch bequem bei einem eurer offenen Treffen besuchen kann, macht es vielen Menschen leichter. 

  • Anfahrtsbeschreibung (Auto, Bahn, Bus, Parkmöglichkeiten)
  • Google Maps Link
  • Fotos vom Gebäude außen und innen (ggf. Berechtigung einholen)
  • Datum und Zeitraum
  • Anwesende der Initiative
  • die Themen des nächsten Treffens (Ablaufplan) grob darstellen
  • auf Besonderheiten hinweisen: ihr bekommt bei uns Wasser, Tee, Kaffee

b) Die Präsentation der verantwortlichen Menschen

  • ein freundliches, vernünftiges und individuelles Foto,
baut Vertrauen auf und macht die Zuordnung leichter (z.B. bei einem späteren Besuch)
hier ein Beispiel, nur um das Prinzip zu verdeutlichen.

  • ein individuell beantworteter und veröffentlichter Standardfragebogen,
gibt Auskunft über die individuelle Motivation der Mitglieder und erzeugt mehr Interesse.

  • ein individuelles Video-Statement,
des jeweiligen Mitglieds wäre (ergänzend) natürlich am eindrucksvollsten. :)

c) Die Unterstützung  eurer Initiative

Weiterhin kann diesem Bereich eine Unterseite für mögliche Unterstützer (Ehrenamt, Sach- oder Geldspende, ect.) eingerichtet werden. Dort könnt ihr konkrete Antworten auf die Frage geben: Was benötigt ihr aktuell an Hilfe? Und wie kann ich euch dabei helfen? Legt einen zuverlässigen Ansprechpartner für diesen wichtigen Bereich fest!

d) Die Kooperationsmöglichkeiten mit eurer Initiative

Hier könnte ihr es anderen Initiativen und Organisationen leicht machen und die Barrieren abbauen, wenn ihr klar und deutlich kommuniziert, welche Formen der Unterstützung ihr anbieten könnt bzw. welche Formen der Kooperationen ihr euch wünscht. Auch hier gilt es einen festen Ansprechpartner zu bennen.



3. Der Bereich 'Terminkalender'

Hier soll eine Übersicht über die vergangenen und zukünftigen Aktivitäten der Initiative vermittelt werden. Lohnt sich die Kontaktaufnahme, die Mitarbeit oder sogar eine Spende? 

Idealerweise bindet man aus praktischen Gesichtspunkten einen eigenen Google Kalender ein, der dann mit anderen Quellen verbunden und durch eure Besucher leicht verarbeitet, also persönlich genutzt, werden kann.

Die Ereignisse der vergangenen Aktionen im öffentlichen Raum könnt ihr über einen internen Weblog festhalten, dessen Artikel sich auch 1 zu 1 mit euren Artikeln in den sozialen Netzwerken spiegeln sollte (wenigstens als Anreißer mit Link auf euren Weblog)

Protokolle dagegen sind für Nicht-Mitglieder eher langweilig und auch nicht Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit. Diese sollten in einem internen Bereich der Initiative verlinkt werden. Man kann aber darauf hinweisen, dass sich interessierte Außenstehender jederzeit dafür einen individuellen Zugang freischalten lassen können. Das hat dann gleich noch den Vorteil, dass ihr dabei Kontaktdaten von wirklich interessierten Menschen an eurer Arbeit erhaltet. Die nennt man im Marketing-Jargon auch Leads und die sind besonders wertvoll, da sie wahrscheinlich am empfänglichsten sind für die Unterstützung der eigenen Initiative.



4. Der Bereich 'Grundeinkommen' 

Hier gilt es das Thema vor allem verständlich, knackig, kreativ, ästhetisch, authentisch darzustellen. Bitte beachtet, dass eher wissenschaftliche, politische oder allzu philosophische Texte viele Menschen einfach nicht ansprechen, und deren Wirkung somit verpufft. Diejenigen, die solche Inhalte interessieren, wissen sich in der Regel selbst zu helfen, sind bereits gut informiert, nehmen bereits eigeninitiativ die Mühe auf sich, sich auch mit abstrakten Inhalten auseinander zu setzen, haben häufig schon eine differenzierte Meinung ausgebildet und können zu alledem aus einem bereits reichhaltigen (intellektuellen) Angebot schöpfen.

Generell sollten längere Abhandlungen als PDF-Dokument zum bequemen Ausdruck angeboten werden bzw. es sollte darauf hingewiesen werden, dass ihr stets auch Kopien auf euren Veranstaltungen / Treffen zum Selbstkostenpreis anbietet.
 
Idealerweise produziert die Initiative eigene hochwertige Medieninhalte und -formate (während ihren Aktionen) wie...
deren Inhalte auch eine regionale Färbung aufweisen und damit sowohl für die Lokalpresse als auch die Menschen im Einzugsbereich der Initiative (potentielle Besucher / Mitglieder) interessant sind. Think global, act local.

Tipp für die Pressearbeit: Journalisten / Redaktionen bevorzugen exklusives Material. Interessante Berichte daher erst über die Presse veröffentlichen, dann über die eigenen Medien (Website, Social Media, etc.)

Aber das Rad muss auch nicht immer neu erfunden werden, es können auch bereits bestehende (hochwertige) Inhalte und Medien (Bücher, Filme, Websites) genutzt werden. Auch hier gilt es, sich im Zweifelsfall über das Urheberrecht bzw. die gewährten Verwertungsrechte schlau zu machen. 

Es sollte klar sein, dass ihr nicht einfach Inhalte aus fremden Büchern, Fotografien, Grafiken, Radiobeiträgen oder Videos öffentlich weiterverbreiten dürft. Klar, wo kein Kläger, da ist auch kein Richter. Letztlich kann aber eine strafbewehrte Unterlassungserklärung für euch sehr teuer werden, ich denke, dass möchte keiner wirklich riskieren, oder?!



5. Der Bereich 'Internes' 

ist nicht zwangsläufig notwendig, kann aber gegebenenfalls sehr praktisch sein und durch ein Passwort abgeriegelt werden. Dieser interne Bereich würde euch als Sammelpunkt für jene Informationen dienen, die aktive Mitglieder einer Initiative zur Koordination ihrer Arbeit benötigen. Die aktive Kommunikation untereinander sollte dort aber nicht abgebildet werden.

Die dafür eingesetzten Werkzeuge müssen (oder sollten) nicht zwangsläufig Bestandteil der eigenen Website sein, sondern können auf sinnvolle (kostenlos nutzbare) Online-Dienste und dafür eigens angelegte Dokumente verweisen (z.B. Google Docs, Doodle, Etherpad, usw.)

Zudem könnte ihr dort selbst kurze, leicht verständliche Schulungsunterlagen veröffentlichen oder auf gute Lernquellen verweisen, die thematisch zu der Arbeit eurer Initiative passen. Zum Beispiel nach hilfe.zum-grundeinkommen.de :)



6. Der ausgegliederte Bereich 'Dialog' 

Der Online-Dialog mit anderen Menschen als Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit sollte möglichst nicht über die eigene Website, geschlossenen Foren oder E-Mails stattfinden, sondern auf Angeboten wie Facebook, Google Plus, Xing, Twitter und Co., dort, wo sich die Menschen nun mal aufhalten und leicht (in Massen) erreicht werden können. Außerdem erreichen eure Antworten mehr als nur den ursprünglichen Fragesteller, was die Öffentlichkeitsarbeit effizienter macht (aber insgesamt auch zu mehr Aufwand führen kann).

Wie man in einen erfolgreichen Online-Dialog tritt, ist eine kleine Wissenschaft für sich, daher werde ich mich an dieser Stelle zunächst nicht weiter äußern. Nur soviel, es hilft, dass ihr den aktiven Dialog wünscht, tatsächlich ergebnisoffen an der Meinung eurer Mitmenschen interessiert seid (nicht überzeugt, sondern nachdenklich macht), und zur freien Meinungsäußerung einladet (z.B. offenen Fragen an das Ende eines Artikels stellen, Umfragen machen, Eingehen auf Kommentare, etc). 

TIPP: Leser (die nicht kommentieren möchten) werden nicht ausgeschlossen, wenn ihr eure Artikel nur auf den sozialen Netzwerken wie Google Plus oder Facebook-Seiten veröffentlicht bzw. dort den öffentlichen Online-Dialog pflegt, denn man kann OHNE SELBST ein Konto bei den dortigen Anbietern zu besitzen, bereits mitlesen (sofern ihr dies in euren sozialen Netzwerkenprofilen so eingestellt habt)! 

Achtung: Die Pflichten als öffentlicher Forenbetreiber berücksichtigen!




StopDas war es.

Und das ist schon reichlich. Alles andere gehört nicht auf eure Website und behindert euch dabei, die Idee des Grundeinkommens in die Gesellschaft zu tragen und gemeinsam zu kultivieren.