Campaigning Brainstorming


Achtung! Das ist 'Brainstorming', d.h. alles was einem einfällt, notiert man, ungeachtet seiner Qualität. :)

Hinweis: NGOs (Non Govermental Organisations) wie zum Beispiel Greenpeace sind professionelle Unternehmungen (geworden). Sie bedienen sich dementsprechend ebensolchen Methoden, die zum Beispiel unter dem Begriff 'Campaigning' gebündelt werden.



  • Zielgruppen-Ansprache über-den-Tellerrand wagen: Freiberufler, Unternehmer, Studenten, Krankenhausmitarbeiter, Gewerkschaften (z.B. der Polizei), etc.
  • Ein 3D (total immersion) Welt schaffen, die eine Gesellschaft simuliert, deren Mitglieder ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten. Sozusagen eine virtuelles aber begehbares, interaktives BGE-Utopia schaffen. 

Ausgangspunkt meiner Überlegungen

ist, dass die Idee Grundeinkommen letztlich für alle gesellschaftlichen Gruppen von Vorteil ist, das jeder, der mit "einsichtsvollem Egoismus" ausgestattet ist, der Idee etwas abgewinnen kann. Als historische Anekdote mag Henry Ford dienen, der einmal gesagt haben soll: "Autos kaufen keine Autos!" Weiterhin ist die Idee nicht ideologisch kontaminiert, sondern stellt sich als unabhängige Lösung dar, die "sowohl das soziale Herz als auch den liberalen Verstand vereint". 

In dieser Hinsicht mag es nicht verwundern, dass die Piratenpartei sich auch für das BGE ausspricht. Es gibt auch kein "Gefangenen-Dilemma" aus der mathematischen Spieltheorie, da das Grundeinkommen an alle ausbezahlt wird und somit keinen Einzelnen benachteiligt / übervorteilt. Man kann es auch als eine Art moderne Bürgerversicherung ansehen, auch wenn man es direkt nicht benötigt, bleibt man zeitlebens finanziell abgesichert: "Finden Sie mal so ein privates Versicherungsangebot!"

Es müssen für die visionäre Gesellschaftsreform nicht mal "sozialromantische Klischees" oder "Gutmenschen-Attitüden" bedient werden, sondern man kann die Idee auch als topmoderne Staatsform für innovative, produktive und deutlich wettbewerbsfähigere Staaten verstehen. Und obendrein schafft es auch noch die Armut ab, reduziert Kriminalität, verhindert Steuerflucht. Es löst bzw. entlastet das Sozialversicherungsproblem Rente, Krankenkasse, Pflege, da diese nun (teilweise) steuer- und nicht mehr abgabenbasiert ist.

Es fördert die Bereitschaft sich für Kinder zu entscheiden. Es baut in erheblichen Maße Bürokratie(kosten) ab und ermöglicht damit ja sogar gesamtgesellschaftlich Steuererleichterung. Es bringt die notwendige Reform des deutschen Bildungssytems endlich wieder auf Trab. Es ist genau der fehlende Geniestreich, der all die sonst scheinbar unlösbaren Probleme endlich wieder greifbar macht, uns die Zeit gibt, uns um wichtige und sinnvolle Dinge zu kümmern. In diesem Zusammenhang wird die parallele Reform des Steuersystems extrem relevant. Das jetzige Steuersystem ist extrem komplex, ungerecht und leistungsfeindlich, da beispielsweise menschliche Arbeit steuerlich belastet und Maschinenarbeit subventioniert wird.

Frei nach dem Motto: Weil wir bereits so produktiv und fortschrittlich sind, können wir nun den nächsten zivilisatorischen Evolutionsschritt vollziehen und die Entwicklung der Gesellschaft mit unglaublicher Dynamik qualitativ voranbringen. Weitere These: Das Grundeinkommen wird so oder so kommen müssen, bevor wir eine Katastrophe riskieren (siehe auch "Islamische Demokratie-Revolution" oder "Griechenland"). Die Taktik der "Drei Affen : „nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen" wird das systembedingte Problem nicht lösen. Zitat G. Werner : "Der Mensch lernt entweder aus Einsicht oder aus Katastrophe."

Das Problem besteht einerseits aus einem weit verbreiteten und fehlenden "Bewusstsein für Zusammenhänge in komplexen Systemen", andererseits aus einem tradiertem "Menschen- und Gesellschaftsbild", welches einseitig negative Phänomene erfasst, diese nicht relativiertund auch nicht nach ihren (systemischen und kulturellen) Gründen fragt.

Aber auch die sozialisierte politische Unmündigkeit (paternalistischer, regulativer Staat) und eine gering ausgeprägte "partizipative demokratische Praxis" in vielen gesellschafltichen Bereichen sind dabei von Bedeutung. Ein nicht zu unterschätzende Bedeutung hat in diesem Zusammenhang unser Bildungssystem. Empfehle "Was wir unseren Kindern antun" von Sabine Czerny oder die Vorträge des Neurologen Gerald Hüther. 

Desweiteren spielen auch sozial- und individualpsychologische Phänomene eine Rolle (für letzteres Thema empfehle ich das Buch von Richard David Precht "Die Kunst, kein Egoist zu sein", Literatur, "Miteinander Reden" von Schulz von Thun, "Grundformen der Angst" von Riemann und generell Literatur über Sozialpsychologie. Götz W. Werner empfiehlt die "12-Sinnen-Lehre".

Auch wenn sich Menschen unter Umstände gerne gesellschaftspolitisch einbringen wollen, so lässt sich das für viele zeitlich und / oder finanziell gar nicht oder nur eingeschränkt realisieren : Phänomen "Hamsterrad" - die Menschen "kämpfen immer mehr ums Überleben" oder ihre Gedanken werden von "Zukunftsängsten konsumiert" ("von innen sieht das Hamsterrad wie eine Karriereleiter aus.") - "Spaltung der Gesellschaft". In diesem Zusammenhang wird vom BGE als "Demokratiepauschale" gesprochen, damit allen Menschen die verfassungsgemässe, demokratische Beteiligung möglich ist.


Eine effiziente und effektive Strategie wäre es auf bereits bewährtem aufzubauen, das bedeutet, "Abgucken ist erlaubt (bei denen die erfolgreich sind)". Paradebeispiel für eine beinahe gesamtgesellschaftlich identitäts- und damit ein Zusammengehörigkeitsgefühl stiftendes Ereignis, war die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Idealerweise müsste diese damals vorherrschende, gesamtgesellschaftliche Begeistung für die "Idee Bedingungsloses Grundeinkommen" mobilisiert werden können. Allerdings stellen sich die Fragen nach den konkreten Gründen für das damalige Phänomen und ob diese auch auf die BGE-Idee übertragbar sind?


Für was stehen wir? Bilder in den Köpfen besetzen, das ist die halbe Miete.

Fasse dich kurz. Die Aufmerksamkeitsspanne ist gering. 

Wir sprechen von der Formel  AIDA - Attention, Interest, Desire and Action

Und von "Wie erkläre ich das bedingungslose Grundeinkommen?" in einer 1-Minuten? Oder sogar in nur 10-Sekunden? Verständlich, prägnant, interessant. Es gelten die Regel wie im Empfehlungsmarketing. Die Idee muss griffig erfassbar sein, dass sie mühelos weiter erzählt werden kann, und sie muss klarmachen, warum es sich lohnt darüber nachzudenken.


Bleibe einfach. Die besten Ideen bringen nichts, wenn man sie nicht begreift.

Einfach sein bedeutet hier, dass sie jeder verstehen kann. Man beschränkt sich auf genau eine Aussage. Auch alle anderen Formen kreativer Sprachnutzung müssen diesem Prinzip folgen. Einfach, aber provokant. Und mutet den Menschen keine Doktorarbeiten zu. Die will so gut wie keiner lesen.

KISS - Keep It Short and Simple


Unsere Botschaft auf den Punkt bringen. 

Die Idee des Grundeinkommens ist bereits eine starke Idee. Das ist gut. Aber sie braucht auch eine griffige Formulierung. „90% des Etats sind verbraucht, wenn wir den Slogan haben“, sagte David Ogilvy einmal zu seinen Mitarbeitern. Der Slogan ist die Essenz der Kampagne und bringt eine starke Idee auf den Punkt.

Weitere Informationen im Wikipedia-Artikel 'Slogan'




Fakten bleiben kühl. Motivation entsteht durch Emotion. 

Große Gefühle. Egal, ob und welchen Sinn man in seinem Leben gefunden hat. Sinn geben uns andere Menschen. So oder so. Mehr oder weniger. Nicht alle, aber einige. Die Motivation menschlicher Beziehungen ist vielfältig, aber Gefühle lassen uns nicht kalt und bleiben im Bewusstsein. Freude, Trauer, Liebe, Hass, Stolz.

Wir beschränken uns besser auf positive Emotionen wie dem Humor. Worüber wir lachen, daran erinnern wir uns gern. Und erzählen es weiter. Achtung Psychologie: humorvollen Menschen wird unterbewusst unterstellt, dass sie klug und freundlich sind. :)

Es gilt das Prinzip: Wer will, findet Wege. Wer nicht will, der findet Gründe.


Storytelling. Menschen lieben spannende Geschichten.

Bringen wir die Menschen zum Träumen. Die Zukunft kann nicht vorher gesagt, sondern nur gestaltet werden. Lüften wir also ein Geheimnis der Zukunft. Wie könnte das Leben sein, wenn für dein Grundeinkommen gesorgt wäre? Werde Teil einer fantastischen Erzählung. Werde einzigartig, werde dein eigener Held. Werde dein eigener König.


Steter Tropfen höhlt den Stein. Ausdauer zahlt sich aus.

Häufig empfinden wir Neues als unangenehm ... aber dann? Fallen euch eigene Beispiel ein, na? Schleichend gewöhnen wir uns auch an ungewöhnliche Dinge. Und damit auch unbewusst unserer Wahrnehmung.


Welche Aktionsformen haben einen hohen Wirkungsgrad? 

Es gilt das afrikanische Sprichwort

"If you think you are too small to be effective, you have never been in bed with mosquito".

Aus der psychologischen Lehre ist bekannt, dass nur besonders negative wie positive Erfahrung verankert werden, wobei das große Mittelmaß in Vergessenheit gerät. Wie erzeugt man einen hohen Erregungsrad für die Botschaft?

Die Methoden des "Guerilla Marketing" - siehe  kombinieren die Eigenschaften "kostengünstig" und "effektiv", weiterhin wären auch Flashmob-Aktionen interessant. Schönes Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Website www.bundesagentur-fuer-einkommen.de/ mit dem ausdruckbaren Formularantrag für ARGE-Kunden. Götz Werner hat einen Preisgeld für Theaterstücke zum Bedingungslosen Grundeinkommen ausgelobt und zum Wettbewerb freigegeben.



Daneben kommen auch Strategien zum Fundraising hinzu

Aber auch die Politik auf europäischer Ebene ist ein interessantes Feld, so können im europäischen Parlament auch Petitionen eingereicht werden. Hier gilt es Profis für die Formulierung der Anträge zu finden. Kontakte zu guten Anwälten ist generell immer hilfreich. Dies ist ein noch ein weites Feld. Darüber hinaus könnten Initiativen ihre Seminare auch kostendeckend gestalten, d.h. mit Eintrittsgeldern und anderen Produktverkäufen (dann muss es sich natürlich auch um qualitativ höherwertige Angebote (handeln). Wichtiger Tipp in diesem Zusammenhang: Götz Werner hat bei seinen Veranstaltungen mit Eintrittsgeldern höhere Besucherquoten als bei den kostenlosen Veranstaltungen erzielt (nach dem Motto: "Was nichts kostet, ist auch nichts"). In Lübeck wäre eine Kooperation mit der Volkshochschule und der Possehl-Stiftung www.possehl-stiftung.de/ denkbar. In Hamburg beispielweise mit der Körber-Stifung www.koerber-stiftung.de/.

Weitere Strategien können auch politischen Parteien oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs) abgeschaut werden. Wertvoll sind immer Netzwerk-Kontakte mit entsprechender Kampagnenerfahrung und weitergehenden Kontakten. Dies gilt übrigens generell: es zählen qualitativ hochwertige Kontakte, die ständig gepflegt werden sollten. Wie sieht es beispielsweise mit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Presse aus? Wer hinter die Kulissen schauen möchte, kann mehr im Buch "Meinungsmache" von Albrecht Müller (ehemaliger Redenschreiber von Karl Schiller, Wahlkampfberater von Willy Brandt, Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt bei Brandt und Schmidt) erfahren.

Den interessierten Menschen könnten Vordrucke angeboten werden, die sie mit Unterschrift als Appell an die jeweiligen Wahlkreispolitiker aller Parteien (Wichtig: überparteilich blieben - BGE ist ein Kulturimpuls!) schicken. Zudem konnte auch ein Statement-Service zum Pro / Contra BGE mit www.abgeordnetenwatch.de integriert werden.

Wie gestaltet sich ein Bedingungsloses Grundeinkommen aus der Sicht spezieller gesellschaftlicher Gruppen bzw. für wirtschaftliche Branchen? Man kann sich jeweils unterschiedliche "Brillen" auf die Realitäten vorstellen, die man wechselnd auf- und absetzen könnte, so zum Beispiel: "Ich setze mir die Brille einer alleinerziehenden Mutter ohne besondere familiäre Unterstützung" auf und betrachte die Welt mit der Tönung dieser Brille. Dadurch kann die Welt plötzlich ganz anders aussehen. Mit dieser Methode kann man sich besser in die Lebenswirklichkeiten von Menschen und Gruppen hineinversetzen und diese damit geschickter ansprechen: "Welche Probleme kannst du für uns lösen?"


Masse schafft Aufmerksamkeit. Energien bündeln, um gewaltige Kräfte zu erzeugen.

Hewlett Packard kaufte einmal den gesamten Anzeigenplatz einer Ausgabe der Singapur Business Times. Und war damit auf jeder Seite der Zeitung vertreten. Zwar musste der ganze Jahresetat von HP dafür eingesetzt werden, aber der Erfolg war überwältigend. Das Gespräch weit und breit war HP, was letztlich zu echten Lieferengpässen führte. 

Eine ähnliche Wirkung könnte eine Kampagnenkooperation aller deutschsprachigen Initiativen erzeugen.